← die Katakomben des Heiligen Kallistus an der Via Appia in Rom – die offizielle Grabstätte der frühen Kirche, mit der Päpstlichen Krypta und einigen der ältesten christlichen Kunstwerke der Stadt Katakomben-Führer

DIE KUNST

Die früheste christliche Kunst, unter der Erde

Der Gute Hirte, der Fisch, die Orantin und Jona – die Fresken und Symbole in den Sakramentskubikeln lesen.

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Wo christliche Kunst beginnt

Die Katakomben des Heiligen Kallistus bergen einige der ältesten christlichen Kunstwerke überhaupt – Fresken aus dem späten zweiten und frühen dritten Jahrhundert, als die christliche Bildsprache gerade erst erfunden wurde. In den Sakramentskubikeln, den Familiengrabkammern, tragen Wände und Decken Gemälde, die im Grunde die ersten Versuche sind, den christlichen Glauben bildlich darzustellen. Sie zu sehen bedeutet, eine visuelle Sprache in ihren Anfängen zu erleben, bevor die Konventionen der späteren christlichen Kunst existierten.

Der Gute Hirte und die Orantin

Zwei Figuren kehren immer wieder. Der Gute Hirte – ein junger Mann, der ein Lamm auf seinen Schultern trägt – ist das häufigste Bild in den frühen Katakomben: ein sanftes Bild von Christus, der sich um seine Herde kümmert und hier auch um die Toten. Die andere ist die Orantin: eine Figur, oft eine Frau, die mit erhobenen Armen im Gebet steht und die Seele des Verstorbenen im Frieden darstellt. Keine von beiden sieht so aus, wie die mittelalterliche oder renaissancezeitliche christliche Kunst später aussehen würde; sie sind schlichter, stiller und näher an der römischen Malerei ihrer eigenen Zeit.

Der Fisch, das Brot und Jona

Die Katakomben sind voller Symbole, mit denen die frühen Christen in einer Art visueller Kurzschrift sprachen. Der Fisch stand für Christus – das griechische Wort für Fisch, ichthys, bildet ein Akrostichon eines Glaubensbekenntnisses. In St. Kallistus zeigt ein berühmtes Bild zwei Fische, die einen Korb mit Brot tragen – ein frühes Zeichen der Eucharistie. Die Geschichte von Jona, der verschlungen und nach drei Tagen zurückgegeben wird, erscheint immer wieder als Verheißung der Auferstehung. Ihr Guide liest diese Zeichen für Sie – und wenn Sie sie erst einmal kennen, sehen Sie sie überall.

Warum es berührt

Was diese Kunst bewegend macht, ist nicht ihre Raffinesse – vieles davon ist bescheiden, sogar grob –, sondern ihr Kontext und ihre Hoffnung. Diese Bilder wurden im Dunkeln gemalt, auf den Gräbern einfacher Menschen, von einer Gemeinschaft, die glaubte, dass ihre Toten auferstehen würden. Sie sind ungeschützt, zart und erstaunlich früh. Vor einem Guten Hirten zu stehen, der vor achtzehn Jahrhunderten gemalt wurde, im Friedhof der Menschen, die ihn gemalt haben, gehört zu den still großen Erlebnissen, die Rom zu bieten hat – und ein Grund, mit einem Guide zu gehen, der Ihnen hilft, das Gesehene zu lesen.

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